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Die Sopranistin Carol Wilson hatte ihr internationales Operndebüt 1999 als Fiordiligi an der Deutschen Oper am Rhein. Dort sang sie in etlichen Hauptrollen: Eva in Die Meistersinger, die Titelrolle in Ariadne auf Naxos, Kaiserin in Die Frau ohne Schatten, Elisabeth in Tannhäuser, Leonore in Fidelio, Senta in Der fliegende Holländer und Gräfin Madeleine in Capriccio. Besonders bemerkenswert war sie als die Marschallin in Der Rosenkavalier, eine Rolle, für die sie höchstes Lob der Kritik erhielt.

“Außergewöhnliche tonale Schönheit und eine ergreifende Verkörperung ihrer Rollen” gehören zu den herausragenden Qualitäten, die die künstlerischen Fähigkeiten der Sopranistin Carol Wilson beschreiben. Anläßlich ihrer Premiere in Vancouver 2004 wurde sie von Opera News als “gedankenvolle Marschallin” begrüßt, “die sich sowohl dramatisch als auch stimmlich als wirklicher Charakter von Karikaturen abhob. Sie sang ihren Monolog mit großer Autorität und einem Timbre, das gelegentlich an Elisabeth Schwarzkopf erinnerte…und machte damit den Rosenkavalier ganz klar zu ihrer Show”.

Mit ihrer schlanken, jugendlichen Figur und strahlenden Stimme ist Carol Wilson eine ideale Besetzung für die romantische Heldin im deutschen Opernrepertoire. Über ihre Eva schrieb die Veit Pogner-Stiftung in Nürnberg: “Die Rolle der Eva ist von Ihnen in einer so überzeugenden Weise gestaltet worden, wie wir es bisher nicht gekannt haben. Ihre Darstellung hat dieses rechte Verständnis ermöglicht und hat mindestens eine Besucherin sogar zu Tränen gerührt”. In ihrer Premiere von Tiefland im Jahr 2008 “Carol Wilson verkörpert die mißbrauchte und verzweifelte Marta, zurückgenommen aber stimmlich einwandfrei…demonstriert Carol Wilson eindrücklich die in Tiefland geforderten Fähigkeiten und Erfahrungen im dramatischen Fach”. Über ihre Premiere von Fidelio als Leonore im Jahr 2008 in der Vancouver Opera heißt es: “Carol Wilson strahlt auf der Bühne Energie aus und beweist sich als eine starke Darstellerin, die mit einer Stimme von seltener Klarheit ausgestattet ist”.

Carol Wilson besitzt eine einzigartige stimmliche Vielseitigkeit, die es ihr erlaubt, mit Leichtigkeit von den dramatischeren Rollen bei Wagner und Strauss zu den leichteren bei Mozart und Händel zu wechseln. Sie hatte internationale Auftritte als Gräfin Almaviva in Le nozze di Figaro in der Manitoba Opera, Donna Elvira in Don Giovanni am Staatstheater Stuttgart und am Staatstheater Nürnberg, die Titelrolle in Händels Alcina am Staatstheater Stuttgart, in Monteverdis L´incoronazione di Poppea mit Regisseur Christoph Loy und Glucks Iphigenie auf Tauris mit dem Pina Bausch Tanztheater Wuppertal. Außerdem beinhaltet ihr Opernrepertoire Desdemona in Verdis Otello, Tatjana in Eugen Onegin, Agathe in Der Freischütz und Alice Ford in Falstaff.

Im Jahr 2003 wurde sie eingeladen, einige ausgewählte Stücke aus Aida und Don Carlos für “Sentimenti” bei der Ruhr-Triennale zu singen. Sie hatte weitere Engagements in großen europäischen Häusern in Europa, Nordamerika und Asien, der Oper Frankfurt, der Semperoper Dresden, dem National Theater in Taipeh, dem Staatstheater Stuttgart, der Staatsoper Hannover, der Vancouver Opera, der Oper Bonn, der Manitoba Opera dem Staatstheater Nürnberg, der San Francisco Opera, der Niederländischen Oper und erst kürzlich an der Metropolitan Opera als zweite Besetzung für die Marschallin.

Zu ihren Auftritten mit Orchester in den USA zählen Engagements mit dem Orchestra of St. Luke’s unter der Maestro Julius Rudel, mit dem American Symphony Orchestra unter Maestro Leon Botstein, mit dem St. Luke`s Chamber Orchestra auf dem Caramoor Musikfestspiele, bei den Vancouver Festspielen unter Maestro Jonathan Darlington, mit dem Brooklyn Philharmonic, und mit dem Contemporary Chamber Ensemble.

Als eine Befürworterin des Repertoires aus dem 20. und dem 21. Jahrhundert hatte Carol Wilson Premiere als Olivia in Manfred Trojahns Oper Was Ihr wollt und eine in ihrem Rollen-Debüt als Marietta in Die tote Stadt mit der Königlichen Oper in Stockholm. Ihr umfangreiches Kammermusik-Repertoire umfasst Werke von Schönberg, so zum Beispiel Erwartung, aufgeführt im Concertgebouw, Pierrot Lunaire, Second String Quartet als Solosopran, von Boulez Pli selon Pli, von Samuel Barbers Knoxville, Tenn., 1915 und von Elliot Carters A mirror on which to Dwell, außerdem Werke von Webern, Berg, Luciano Berio und Joseph Schwanter.

Als Absolventin der Yale School of Music mit dem Grad eines Doctor of Musical Arts erhielt Mrs. Wilson den Music Alumni Association Prize. Ihre Alma Mater, wo sie ihr Grundstudium absolvierte, die Iowa State University, verlieh ihr vor einiger Zeit die „Dean´s Arts und Humanities Medal“ sowie den “Outstanding Alumni Award”.

Carol Wilson hat weitreichende Lehrerfahrung, sie war unter anderem am Vassar College und am Sarah Lawrence College als Dozentin für Gesang angestellt. Zur Zeit arbeitet sie mit privaten Studenten in Düsseldorf, leitet internationale Meisterkurse und pflegt die Zusammenarbeit mit verschiedenen künstlerischen Projekten in den USA.

Ihren Wohnsitz hat sie in Düsseldorf und in New York, wo sie mit ihrem Ehemann, dem Bariton Peter Becker lebt.